Azubis werben für die Altenpflege

Betriebe und Schulen sorgen sich über das geringe Interesse Jugendlicher. Angehende Pfleger wollen nun motivieren und mit gängigen Vorurteilen aufräumen.

Gabi Urban und Mittelschulrektor Michael Aumann bei der Übergabe der Flyer

Unsere Gesellschaft wird immer älter – dieser Trend steht seit langem fest. Dementsprechend steigt auch die Zahl der Menschen, die im hohen Alter betreut werden müssen und auf Pflege angewiesen sind. Doch hier öffnet sich eine Schere: Schulen und Ausbildungsbetrieben falle es zunehmend schwer, junge Leute für den Beruf zu begeistern, sagt Gabi Urban, die Leiterin der Berufsfachschule in Bad Kötzting. „Bei uns im Landkreis ist die Lage noch nicht so schlimm wie an anderen Orten – aber es gibt ein echtes Nachwuchsproblem“. Sie bekomme aus so gut wie allen Einrichtungen zu hören, dass ausgebildete Pflegekräfte händeringend gesucht werden. Dass die Zahl der Schulabgänger insgesamt zurückgehe, mache die Situation nicht einfacher.

Praktikum soll begeistern

Viele Jugendliche – so hat Urban die Erfahrung gemacht – ziehen die Altenpflege zunächst für sich gar nicht als möglichen Beruf in Betracht. „Erst nach einem Praktikum können sich einige dafür begeistern“, sagt die Schulleiterin. Um darum mehr Schüler für Praktika zu gewinnen, hat der letztjährige Kurs 9 der Berufsfachschule das Projekt „Motivation zu einem Praktikum in der Altenpflege“ mit Mittel- und Realschülern gestartet. Die angehenden Altenpfleger haben in mehreren Schulen ihr Berufsbild vorgestellt und einen Fragenkatalog zu den Einstellungen der Jugendlichen ausgearbeitet. „Ein Drittel konnte sich ein Praktikum in der Altenpflege vorstellen – das hat unsere Erwartungen bei weitem überstiegen“, lautet das Fazit der Auszubildenden.
Die Ergebnisse der Befragung haben sie genutzt, um gemeinsam mit ihrer Lehrerin Anneliese Schmuderer einen Imageflyer zu entwerfen, der für den Beruf wirbt.


Quelle: Kötztinger Umschau; 18.10.2012; Bettina Dennerlohr